Montag, der 13. November 2017

Frauenherzen ticken anders! Dr. E.Bub, Kardiologe

Vortrag der UnternehmerFrauen im Handwerk in der Tonenburg, Albaxen

Herzinfarkte sind keinesfalls eine ausschließliche Männerangelegenheit. Auch bei Frauen zählt dieses dramatische Ereignis zu den häufigsten Todesursachen. Allerdings gibt es im Vergleich zum männlichen Geschlecht einige Unterschiede. Oft kündigt sich der Herzinfarkt z.B. mit anderen Alarmzeichen an, worüber Frauen genau Bescheid wissen sollten, um im Notfall keine Fehler zu machen.

Über die Frauenkrankheit Herzinfarkt, informierte der Holzmindener Kardiologe Dr. Eberhard Bub in seinem Vortrag in der Tonenburg und referierte über die neuesten Erkenntnisse zur koronaren Herzkrankheit.

Wenn Frauen Angst vor Krankheiten haben, dann haben sie häufig Angst vor Krebs. Vor dem Herzinfarkt wiegen sich viele dagegen in Sicherheit. Denn Herzinfarkte werden häufig als Männersache angesehen. In Wirklichkeit sind bei Frauen in Deutschland jedoch nicht Krebserkrankungen die führende Todesursache, sondern Herzinfarkte und Schlaganfälle. Während bei Männern die Rate an Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kontinuierlich abnimmt, sinkt sie bei Frauen weniger und steigt sogar zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr an, was nicht zuletzt darauf zurückgeführt wird, dass immer mehr Frauen rauchen.

Unterschiede existieren auch bei den Symptomen des Herzinfarkts. Neben den klassischen Erkennungszeichen wie etwa Schmerzen im Brustraum, die in verschiedene Körperregionen ausstrahlen können (z. B. in die Arme, den Oberbauch, zwischen die Schulterblätter in den Rücken oder in den Hals und Kiefer), machen sich Herzinfarkte bei Frauen im Vergleich zu Männern häufiger mit so genannten unspezifischen Symptomen bemerkbar – z. B. mit starker Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder auch mit Beschwerden im Oberbauch. Insbesondere wenn solche Zeichen in zuvor noch nicht gekannter Heftigkeit auftreten, ist es daher wichtig, auch an einen Herzinfarkt zu denken.

Eine weitere Besonderheit betrifft bei Frauen die Symptome im Brustbereich. Statt starker Schmerzen handelt es sich dabei im Vergleich zu Männern deutlich häufiger um ein Druck- oder Enge-Gefühl das aber mindestens genauso ernst genommen werden muss. „Denn jeder Herzinfarkt – unabhängig von der Art der Beschwerden – kann jederzeit und ohne weitere Vorankündigung einen plötzlichen Herzstillstand verursachen“ warnte Dr. Bub. Beim geringsten Hinweis auf einen Herzinfarkt ist daher umgehend die 112 zu wählen. Bedeutende Unterschiede bestehen zwischen den Geschlechtern auch beim Alter in dem Herzinfarkte typischerweise auftreten. So sind Frauen bis zu den Wechseljahren vergleichsweise gut vor diesem dramatischen Ereignis geschützt. Parallel zum Nachlassen der Hormonproduktion nimmt der Schutz jedoch ab, weshalb die koronare Herzkrankheit bei Frauen erst ab einem Alter von etwa 60 Jahren vermehrt auftritt, während Männer häufig schon deutlich früher betroffen sind. Ein Herzinfarktrisiko besteht allerdings auch bei 30-jährigen jungen Frauen, vor allem, wenn sie rauchen und Stress ausgesetzt sind etwa durch familiäre und berufliche Doppelbelastung.

Wer unter Arteriosklerose (umgangssprachlich Arterienverkalkung) leidet, kann mit rechtzeitiger Medikation und einer Änderung der Lebensweise – wichtig sind vor allem gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung – eine Verschlimmerung verhindern. Zurück bilde sich eine Arteriosklerose jedoch nicht.

 

„Heutzutage kann man durch die Diagnostik sehr viel machen“, sagte Dr. Bub. Die Medikamente müssen individuell gewählt und bei Frauen anders als bei Männern dosiert werden.

Nach dem Vortrag diskutierten die Unternehmerfrauen noch lebhaft mit Dr. Bub über das Gehörte.