Montag, der 12. Juni 2017

Frauen leben länger - aber wovon? Peter Wilken

Vortrag bei den Unternehmerfrauen deckt Rentenlücken auf

In seinem Vortrag beim UFH Arbeitskreis Holzminden machte Peter Wilken vom Industrie-Pensions-Verein e.V. aus Berlin den Anwesenden deutlich, wie es um die Absicherung der Frauen – bei Berufsunfähigkeit, Tod des Ehepartners, im Pflegefall und natürlich im Alter – wirklich gestellt ist und welche Maßnahmen sie zur Vorsorge ergreifen kann. Dabei stellte er neben der privaten geförderten und ungeförderten Altersvorsorge auch die Möglichkeiten der Absicherung über den Betrieb vor. Vor dem Hintergrund geänderter wirtschaftlicher, demografischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen hat sich die Bedeutung der gesetzlichen Rente vom Erhalt des Lebensstandards hin zu lediglich einer Grundversorgung gewandelt. In Anbetracht dieser Entwicklungen ist speziell die Alterssicherung der Frau ein Thema, welchem mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Frauen verdienen in vergleichbaren Berufen deutlich  weniger  als  ihre  männlichen  Kollegen  und  haben  durch  Kindererziehung  und Hausarbeit oft lückenhafte Erwerbsbiografien. Hinzu kommt, dass Frauen häufiger einer Anstellung in Teilzeit nach der Kindererziehung für einen gewissen Zeitraum oder auf Dauer nachgehen. Diese Umstände haben vor allem negative Auswirkungen auf die Höhe der Anwartschaften im gehaltsabhängigen System der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Lebenserwartung der Frauen ist deutlich höher als die der Männer. Dies führt zwangsläufig zu einem längeren Ruhestandszeitraum, den es mit der oft unzureichenden gesetzlichen Rente zu finanzieren gilt. Das sich anbahnende Vorsorgedefizit ist noch längst nicht jedem bewusst, auch wird dem noch zu wenig mit privater Vorsorgeinitiative entgegengewirkt. Die vielen Fragen der anwesenden Frauen zeigte die Wichtigkeit des Themas und auch die Brisanz, die sich dahinter verbirgt.